Autorevue-Stories

Bereits zwei mal schrieb das österreichische Automagazin "Autorevue" über die Firma Jauernig. Wir wollen Ihnen diese beiden Artikel natürlich nicht vorenthalten.

Fingerübung

Der erste Artikel erschien 2009 und würdigt den von Hr. Jauernig sen. gebauten „Jamos“ in Zusammenarbeit mit Herrn Moser. Die frühen Jahre des Jamos waren tatsächlich so sportlich, wie seine Karosserie vermuten lässt, Peter Moser fuhr damit Bergrennen, das Auto war dabei im absoluten Originalzustand. Dann wurde das rote Coupé ohne Trennungsschmerz an eine Boutiquenbesitzerin im ersten Bezirk verkauft, die fuhr damit weniger sportlich zur Arbeit. Als die Besitzerin in Pension ging, bot sie den Jamos der Familie Jauernig an, er wurde zurückgekauft und ist seitdem in Familienbesitz.

Sonst aber ist bei Mercedes Jauernig wenig übrig geblieben aus den Zeiten, in denen Karosserien gefertigt wurden, es gibt keinen Mercedes-Kombi mehr, LKW sowieso nicht. „Einen Heckflossen-Kombi hatten wir bis 1978 als Firmenwagen in Verwendung, knapp bevor eine Million Kilometer am Tacho stand, haben wir ihn an einen Taxiunternehmer verkauft.“

Bleibt als einziger Pfand einer berühmten Vergangenheit der Jamos GT, um den sich die Mechaniker des Betriebes liebevoll kümmern, die Reifen aufpumpen, wenn sie flach werden, und ein Service einhauchen, wenn doch einmal eine Ausfahrt ansteht.

Hier gehts zum kompletten Artikel der Autorevue

 

 

Made in Währing

Der zweite Artikel mit der Überschrift „Made in Währing“ erschien 2013 und berichtet von der Firmengeschichte vor allem von den Anfängen als Karosseriebau-Betrieb. Zu dieser Zeit war die Fa. Jauernig eine der rund 20 Karosseriebau-Unternehmen. Durch die Mercedes-Kombi aufbauten erlangte das Unternehmen größere Berühmtheit.

Fritz Jauernig sen. ist jetzt 85 Jahre und noch immer teilzeitaktiv in jener Firma, in der er 1942 seine Lehre begonnen hat. Sein Lehrherr war der eigene Vater, Hugo Jauernig, der Familienbetrieb damals schon gut eingesessen: Karosseriebau Jauernig wurde 1911 in Wien 18, Schumanngasse 47, gegründet, die Adresse hat sich bis heute nicht geändert.

Es ist diese unglaublich lange Zeitspanne mit all ihren Veränderungen, die Fritz Jauernig begleitet hat – man erkennt an seinen Erinnerungen, wie lange die Nachkriegsjahre zurückliegen. Da ist zum Beispiel die Geschichte mit dem Schilf: „Oft bekam man Waren aus dem Ausland nicht gegen Geld, sondern im Tausch. Eines Tages verlangte Mercedes für seine Lkw- Chassis Schilf als Tauschware. Also sind der damalige Österreich-Importeur und ich an den Neusiedler See gefahren und haben Schilf geschnitten.“ Oder die Sache mit den Holzabfällen: „Beim Fertigen der Karosserien ist viel Holz übrig geblieben. Daraus haben wir einfach Rodeln und Schi gebaut, die haben wir vor Weihnachten wirklich gut verkauft.“

Mercedes als nobler Hersteller wollte einst nicht mit Kombis in Verbindung gebracht werden, also mussten Interessenten eine Limousine kaufen und die beim Karosseriebauer zum Zerschnipseln und neu Aufbauen abliefern. Das zeugte in einer Zeit, in der andere Marken längst Kombis in Serie fertigten, von hoher Zuneigung zur Marke: Man zahlte zweimal und hatte zwei Wartezeiten auszusitzen, dafür waren die Jauernig-Aufbauten von höchster Güte, und die Rücksitzbank konnte umgelegt werden.

Karosserien werden bei Jauernig schon längst keine mehr hergestellt, die Lkw-Produktion war in den 80er Jahren unrentabel, als Mercedes-Werkstätte ist die Firma aber dem Geschäftsfeld treu geblieben. Fritz Jauernig fährt heute eine B-Klasse: „Bei mir hat’s immer ein Auto gegeben, aber mein Vater, der Firmengründer, hatte nicht einmal einen Führerschein.“

Hier gehts zum zweiten kompletten Artikel